Spiritueller Film: The Fountain

Heute möchte ich einen spirituellen Film vorstellen, der mich beeindruckt hat:
The Fountain aus dem Jahr 2006 (in Deutschland ab 2007). Er ist nicht ganz einfach zu verstehen, unter anderem da er auf drei Zeitebenen spielt: 1535, 2035 und im Jahr 2500. Immer geht es um den Baum des Lebens, und auf allen drei Zeitebenen begegnet der Zuschauer den beiden Hauptfiguren. Allerdings spielt Königin Isabel des Jahres 1535, die 2035 als Ehefrau Izzi wiederkehrt, im Jahr 2500 keine aktive Rolle mehr (oder ist sie dort der „Baum des Lebens“?).

Kurzbeschreibung

1535 kämpft der spanische Conquistador Tomás (Hugh Jackman) für seine Königin Isabel  (Rachel Weisz) und gelobt, ihr den Saft vom Baum des Lebens aus dem Maya-Reich zu bringen, um sie so vor dem Tod zu schützen.

2035 ist Izzi seine Ehefrau, deren junges Leben von einem Hirntumor bedroht wird. Tomás heißt jetzt Tommy Creo; als Arzt und Wissenschaftler versucht er verzweifelt , aus dem Baum des Lebens ein Medikament zu entwickeln und sie damit zu retten.

2500 kommt er durch Meditation, innere Einkehr und Erfahrungsreife den Antworten auf seine fundamentalen Lebensfragen näher.

Eindrucksvolle Bilder, Ansätze zu Interpretationen

Eine „allgemeingültige“ Interpretation will ich gar nicht erst versuchen. Der Film weckt mit seiner Bildgewalt viele Assoziationen zu den existenziellen Fragen nach Leben und Tod, nach Unsterblichkeit und Liebe. Gut anknüpfen konnte ich an den Kämpfertyp, der sich mit all seiner Kraft für seine Ideale einsetzt. Auch wenn er nicht auf die erhoffte Art „gewinnen“ kann, so gewinnt er mit einem derart tatkräftigen Leben doch wertvolle Erfahrungen, die ihn seelisch und als „System Mensch“ reifen lassen. Die Kugel, in der er sich in der letzten Inkarnation aufhält, wird bei Wikipedia als „große Blase“ bezeichnet, bei Spiegel Online als „eine Art Schneekugel“. Mich hat sie an den Mikrokosmos erinnert, von dem zum Beispiel Paracelsus spricht, wenn  er den Mensch als Mikrokosmos bezeichnet und ihn als Abbild des Makrokosmos sieht. Auch in den hermetischen und gnostischen Lehren wird der Mensch als Mikrokosmos bezeichnet, wie auf der Seite „Der kosmische Mensch“ oder bei der Stiftung Rosenkreuz.

In der letzten Inkarnation des Jahres 2500 findet die Hauptfigur als eine Art Mönch den Baum des Lebens. In einer bildgewaltigen Sequenz trank er gierig vom Baum des Lebens, worauf aus seinem Körper Pflanzen sprossen. Sicherlich gibt es hier Interpretationsspielraum. In mir stieg angesichts seiner Gier die Assoziation auf: Wer die Kraft für sich selbst haben will, schadet sich damit – diese hohe, reine Energie kann nur weitergeschenkt werden.

Filmkritiken zu The Fountain

Filmkritiken reichen von „Prädikat: Besonders wertvoll“ (Filmbewertungsstelle Wiesbaden) bis zu „Eso-Kitsch … Bildersalat …“ (Tagesspiegel, zitiert nach Wikipedia) und „banal, prätentiös und nervtötend“ (Spiegel Online).

Hier noch eine Video-Kritik, die dem Film Originalität bescheinigt und zu wiederholtem Anschauen ermuntert:

Zur Entstehungsgeschichte: Ursprünglich sollten Brad Pitt und Cate Blanchett die Hauptrollen spielen. Regisseur war Darren Aronofsky („Pi“, „Requiem for a Dream“, „Black Swan“), der auch gemeinsam mit Ari Handel das Drehbuch geschrieben hatte.

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2 Gedanken zu „Spiritueller Film: The Fountain

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