Radioaktivität und Spiritualität: Das Vergängliche ist nur ein Gleichnis

Lange Zeit hat es mich bedrückt, dass das Leben auf der Erde seit einigen Jahrzehnten mit künstlich erzeugter Radioaktivität konfrontiert wird. Ist das so einfach mit Machtphantasien und Gewinnstreben zu erklären und ansonsten für spirituell ausgerichtete Menschen kein Thema mehr? Oder gibt es hier, wie bei im Grunde jedem Lebensthema, auch eine „höhere“ Sichtweise?

Beta-Minus-Zerfall

Beta-Minus-Zerfall

In einer Broschüre der Stiftung Rosenkreuz stieß ich auf eine spirituelle Sichtweise auf die Radioaktivität, die gut zum bekannten Goethe-Wort (Faust II, Bergschluchten) passt: „Alles Vergängliche / Ist nur ein Gleichnis …“

„Auf der symbolischen Ebene kann man folgende Thesen aufstellen: Radioaktivität kann als wirksame Strahlung auch im spirituellen Sinn verstanden werden. Das Missverständnis würde dann darin bestehen, die Prinzipien der natürlichen Radioaktivität primär für die Verbesserung des „Höhlenzustandes“ (gemäß Platon) zu verwenden und entsprechend zu experimentieren. Der Alchemist strebte dagegen primär die prozessmäßige Vereinigung mit den göttlich-geistigen Ebenen an, dabei entstehen Synchronizitäten* in seiner Seele mit materiellen Vorgängen.

Das Urbild des radioaktiven Kerns ist der Stein der Weisen, der das dunkle Blei in Gold verwandelt. Gnostisch ausgedrückt könnte damit auch der göttliche Kern in jedem Menschen gemeint sein, der meist inaktiv und unerkannt ist und zuerst im Innersten des Menschen gefunden werden muss. Durch einen Vorbereitungsprozess und mit göttlicher Gnade kann dieser Kern radio-aktiv werden, also zu strahlen beginnen. Der Stein der Weisen ist für die Alchemisten das zentrale Mittel, um die weiteren Transformationen des Unbewussten zu ermöglichen. Dieser Stein galt auch als universelles Heilmittel und Lebenselixier.“

Quelle: Vortrag „Radioaktivität – Kreative Perspektiven aus dem Innersten“ von
Roger Müller, von einem Symposium im November 2012 in Bonn, publiziert in
Nukleare Prozesse – Bewusstseinsprozesse. Die Rolle der Radioaktivität für die Entwicklung des Menschen.

Interessant finde ich, dass es mit künstlicher Radioaktivität (zumindest der bis heute bekannten) leichter ist, Gold in Blei zu verwandeln als umgekehrt. Per Radioaktivität Blei in Gold zu verwandeln ist zwar möglich, aber vollkommen unwirtschaftlich – verdient also nicht die Bezeichnung moderne Al-Chemie bzw. Al-Physik (den Begriff hörte ich bei Dagmar Uecker).

  • Synchronizität: Begriff nach Carl Gustav Jung; zeitlich korrelierende Ereignisse, die nicht über eine Kausalbeziehung verknüpft sind, jedoch als miteinander verbunden wahrgenommen werden.
Recent Related Posts

Freue mich über Kommentare!