Der Graf von St. Germain: Die Hochheilige Trinosophia (Konrad Dietzfelbinger)

Konrad Dietzfelbinger: Graf von St. Germain - Die hochheilige Trinosophia

Kürzlich las ich Konrad Dietzfelbingers Erläuterungen zu Die hochheilige Trinosophia (dreifältige Weisheit), die dem Grafen Leopold-Georg von St. Germain zugeschrieben wird. Das Werk hat mich mit seiner Klarheit fasziniert. Wie viele esoterische Werke gibt es, die z. B. in der Astrologie Hinweise für höhere Kräfte finden? Und wie viele Werke zeugen von dem Unterscheidungsvermögen, welche Kräfte mit irdischen Bestrebungen korrespondieren und welche aus einer weit darüber hinaus weisenden Sphäre das im Menschen suchen und berühren, das frei von allem Irdischen, Vergänglichen ist und sich nach seiner wahren Heimat sehnt?

Zwölf Aufgaben – drei Phasen

Dietzfelbinger interpretiert die zwölf Kapitel der Originalschrift als zwölf Aufgaben, die er in drei Phasen einteilt:

  1. Phase der Vorbereitung: Das Ich kommt zu sich selbst
  2. Phase der Verwirklichung: Das Ich geht im Seelenbewusstsein auf
  3. Phase der Erfüllung: Von der Auferstehung der Seele zur „Alchimischen Hochzeit“

Abschnitte zur Person des Grafen von St. Germain und zum Manuskript ergänzen das Buch.

Der göttliche Tierkreis

Hier ein kurzer Abschnitt aus dem Kapitel „Der göttliche Tierkreis“, der sich an die Interpretation der zwölf Aufgaben anschließt. Die klare Unterscheidung einer irdischen und einer göttlichen Sphäre ist für mich ein Kennzeichen einer gnostischen Sichtweise. Damit ist keineswegs eine räumliche Trennung gemeint – es geht nicht um Weltflucht. Treffender finde ich das Bild unterschiedlicher Schwingungen, die sich im selben Raum durchdringen. Dietzfelbinger schreibt (S. 344 in meiner ersten Auflage von 2009, Königsdorfer Verlag):

„Der Verfasser der ‚Trinosophia‘ hat den spirituellen Weg in zwölf Abschnitte oder Aufgaben unterteilt und jeder Aufgabe ein sprechendes, kennzeichnendes Bild beigegeben. Nur bei der letzten fehlt es. Offensichtlich hat er diese zwölf Aufgaben außerdem auch mit dem zwölffachen Tierkreis in Verbindung gebracht und sie mit einer Vignette am Anfang und Ende jedes Kapitels kurz charakterisiert. Dabei wusste er, dass es einen Tierkreis der göttlichen und einen Tierkreis der irdischen Welt gibt und dass der Tierkreis der irdischen Welt nur eine Karikatur des göttlichen Tierkreises ist [Hervorhebung hinzugefügt]. Der Tierkreis der göttlichen Welt stellt unter anderem die Entwicklungsstufen des ‚Ebenbildes Gottes‘ vom unbewussten Schlafzustand bis zur vollherrlichen, bewussten Mitarbeit in den Gebieten der göttlichen Welt dar. Die zwölf Aufgaben der ‚Trinosophia‘ beschreiben daher den Durchgang des Ebenbildes Gottes durch die zwölf Zeichen des göttlichen Tierkreises, wobei es sich, parallel dazu, jeweils von der Herrschaft des zwölffachen irdischen Tierkreises löst [Hervorhebung hinzugefügt].

Voraussetzung dafür ist, dass Philókalos, der Wanderer auf dem spirituellen Weg, einen ‚Brief‘ bekommt, geschrieben von einem Eingeweihten. Der ‚Brief‘ ist Symbol dafür, dass in einem Menschen das schlafende ‚Ebenbild Gottes‘ von einem Einfluss aus der göttlichen Welt berührt wird – so stark, dass sich der Betreffende zu einem spirituellen Weg entschließt. Ein anderes Leben als das bisherige ruft ihn und zieht ihn unwiderstehlich an. Und er macht sich auf den Weg, angeleitet von diesem ‚Brief‘, der ihm einerseits ins eigene Herz geschrieben ist, andererseits in Form von Erklärungen und Stärkungen seitens der Bruderschaft der Befreiten entgegenkommt. Der ‚Brief‘ enthüllt ihm, welcher Schritt auf dem Weg jeweils ansteht und welche Aufgabe zu erfüllen ist.

Die hochheilige Trinosophia: (dreifältige Weisheit)

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