Kumaré: Echte Hilfe vom falschen Guru

2011 erschien der Film Kumaré des Regisseurs Vikram Gandhi, der auch die Hauptrolle spielte. Gandhi gibt sich als Guru Sri Kumaré aus,behauptet, aus einem (fiktiven) indischen Dorf zu stammen, spricht mit künstlichem indischen Akzent und schart eine treue Anhängerschaft um sich. Die Reise endet, als er seine Identität preisgibt.

Tatsächlich wuchs Gandhi in New Jersey auf – in einer religiösen Hindu-Familie.

Der Film zeigt mit einem sehr angenehmen Grundton (ohne erhobenen Zeigefinger), wie leicht Menschen sich einem Guru anvertrauen. Kumaré baut auf dem Grundbedürfnis nach spiritueller Erhebung und der Unterstützung durch einen Lehrer auf. Dabei wird die Yoga-Industrie als Modeerscheinung entlarvt: Viele Menschen in westlichen Industriestaaten sehnen sich nach östlicher Weisheit – ein lukrativer Markt … „Ein wahrer Film über einen falschen Propheten“.

Echte Hilfe vom falschen Guru

Ich fand den manipulativen Aspekt des Gurus nicht besonders ausgeprägt. Im Gegenteil, er ermutigte seine Anhänger, auf ihre eigene Kraft zu vertrauen. Dadurch konnte er einigen Menschen tatsächlich helfen, ihr Seelenpotenzial besser zu erkennen. Meines Erachtens ist Gandhi nicht der ahnungslose falsche Prophet – er hatte sich intensiv mit indischer Mythologie und anderen Religionen beschäftigt. Seine Lehre war demnach auch nicht völlig abstrus.

Ein sehens- und empfehlenswerter Film!

Hier ein Vortrag von Vikram Gandhi, in dem er unter anderem die Ähnlichkeit seines fiktiven Symbols mit dem Om-Zeichen erklärt, über seinen Hintergrund spricht und dann erläutert, wie er seine Kumaré-Religion erschuf, mit Bildern, einer Webseite, und wie er seine Lieblings-Slogans ins Sakrit (rück-)übersetzte.

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