Matrix: Rote oder blaue Pille? / Entscheidung bei Gustav Meyrink

Wer nach der Wahrheit über den Sinn seines Leben sucht, wird in einem bestimmten Moment vor die klare Entscheidung gestellt, ob er das wirklich will. Die Wahrheit über den eigenen Zustand zu erleben, ist nicht unbedingt angenehm. Der bequemere Weg ist ohne Zweifel der, am bisherigen Leben festzuhalten.

Matrix (1999): Rote oder blaue Pille?

Dieser Entscheidungsmoment wurde im Film „Matrix“ von 1999 (auch nach 20 Jahren noch aktuell und empfehlenswert) sehr schön auf den Punkt gebracht: Morpheus bietet Neo die rote oder die blaue Pille an.

In einer späteren Szene ist Neo tatsächlich alles andere als begeistert von dem, was Morpheus ihm zeigt – und will im ersten Moment davonlaufen.

Gustav Meyrink, „Der Engel vom westlichen Fenster“

Eine ganz ähnliche Entscheidungssituation schildert Gustav Meyrink in dem ebenfalls empfehlenswerten Roman „Der Engel vom westlichen Fenster“ (1927). Dort tritt der Erzähler das Erbe des (historisch belegten) John Dee an und wird mit dessen Tagebüchern konfrontiert. Dort heißt es (S. 64 in meiner Ausgabe, Langen Müller, Abdruck nach Erstausgabe):

Der Du Dein Herz nicht festzuhalten vermagst, lies nicht weiter! Der Du der Stärke Deiner Seele misstraust, wähle: Hier Verzicht und Ruhe – dort Neugier und Verderben!

Viele, die in einem solchen Moment eine positive, mutige Entscheidung treffen, erfahren, dass „Fahrt in ihr Leben kommt“. Begegnungen, Situationen, Umstände werden weniger als zufallsbedingt oder von außen kommende „Schicksalsschläge“ betrachtet – oft ist ein Zusammenhang zum eigenen Inneren nicht von der Hand zu weisen …

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