Kindliche Ehrfurcht vor dem Heiligen – kreativ ausgedrückt

Unbekanntes Moos

Moos; Quelle: Wikimedia Commons; Urheber: Christian Hummert; Benutzer: Ixitixel

Kinder bringen oft eine intuitive Ehrfurcht vor dem Heiligen mit in diese Welt. Manchmal zeugen sie davon mit kreativen Beschreibungen, die noch nicht vorgefertigt aus Schubladen im Gehirn gezogen werden. Ein Beispiel hörte ich kürzlich von einem Vater, der mit seinem Sohn im Wald spazieren ging.

Die beiden erblickten eine Moosfläche. Der Junge sagte andächtig – es war kein Versprecher:

„Schau, Papa, ein Naturschutzgebet!“

Vielleicht ist diese Offenheit, dieses Staunen gemeint, wenn es heißt: Werdet wie die Kinder.

Diese Offenheit ist ein Schatz, den es zu bewahren gilt. Ob unserer Gesellschaft und speziell unserem Schulsystem das gut gelingt, sei dahingestellt.

Ein andermal sagte der gleiche Junge:

„Papa, wenn wir groß sind, steigen wir auf einen Berg, der höher ist als der höchste Berg der Erde.“

Die Bergbesteigung ist ein uraltes Seelenbild für den Weg der Einweihung und Befreiung. Jesus stieg immer wieder auf einen Berg, um seine Jünger dort zu unterrichten. Die „Verklärung“ (andere Übersetzungen / andere romanische Sprachen: Transfiguration) geschah auf einem Berg. Manche Berge gelten als Wohnstatt der Götter oder werden als heilig verehrt, zum Beispiel der Kailash in Tibet, der Olymp oder der Tempelberg in Jerusalem. Das Buch des Mirdad beginnt mit einer Bergbesteigung, die äußere Handlung vollzieht sich anschließend auf dem Berg. In diesem Werk ist ein ganzes Kapitel dem Beten gewidmet.

„Der Ruf der Glocken“ und „Geschichten aus dem Rosengarten“ enthalten Erzählungen für Kinder bzw. Jugendliche, die in leicht zugänglicher Form als Märchen oder Abenteuergeschichten von tiefer spiritueller Weisheit zeugen.

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