Spirituelle Begriffe in der Alltagssprache: Die Quintessenz (Paracelsus)

Manchmal erkenne ich bei Begriffen, die mir aus dem alltäglichen Sprachgebrauch vertraut sind, plötzlich eine tiefere Bedeutung. So ging es mir neulich mit der Quintessenz.

Quintessenz: Das sagt der Duden

Die Definition des Duden deckt sich mit meinem Sprachverständnis:

Quintessenz:
Wesentliches, Wichtigstes, Hauptgedanke, Hauptinhalt

Als Beispiele werden dort genannt (Abrufdatum: 4.5.2014):

die Quintessenz einer Diskussion
die Quintessenz aller Überlegungen

Bei Paracelsus stieß ich auf die Lehre von den fünf Entia:

  1. Ens Astrorum (individueller Tierkreis, Atemfeld)
  2. Ens Veneni (Gift)
  3. Ens Naturale (Veranlagungen; Volksmund: „Vererbungen“)
  4. Ens Spirituale (menschliche Geister)
  5. Ens Dei (Gott)

Die Quinta Essentia bei Paracelsus

Paracelsus

Paracelsus, Kopie eines nicht erhaltenen Bildes von Quentin Matsys; Quelle: Wikimedia Commons

In der Broschüre Paracelsus – Vom Sichtbaren zum Verborgenen* heißt es:

„Es gibt zwei Schulen für den Menschen“, sagt Paracelsus.

„Die Schule der Erde redet von irdischen Dingen und hat ihren Schulmeister von der Natur, in der Natur; ja, sie ist die Natur selber. Weiter, so gibt es die andere Schule, die von oben. Dort unterrichtet jener, der von Oben ist. Dieser lehret im neugeborenen Leibe und nicht im alten, und lehret in demselben neugeborenen Menschen die himmlische Weisheit. Die Weisheit, die der Mensch haben soll, ist nicht von der Erde, noch von der oberen Hemisphäre der Erde, sondern aus dem FÜNFTEN WESEN.“

Aus der Quinta-Essentia also.

Bemerkenswert an diesem Zitat finde ich die deutliche Trennung zwischen Erde und Natur einerseits (inklusive der „oberen Hemisphäre der Erde“) und dem göttlichen Leben andererseits, das aus der fünften Essenz, der Quintessenz stammt. Das Göttliche drückt sich zwar in unserer Welt aus, aber es ist nicht von unserer Welt, es hat eine ganz andere Qualität. Wer fundamental gesunden will, muss diese beiden Qualitäten unterscheiden lernen.

  • Erschienen bei der Stiftung Rosenkreuz, mit Beiträgen von Dr. Klaus Bielau, Dr. Roger Kalbermatten, Dr. Stefan Siegrist und Hanni Studer.
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